Das provozierende Erscheinungsbild der ungewöhnlich temperamentlosen Yvonne veranlasst den jugendlich - ungestümen Prinzen Philipp, entgegen allen Konventionen und Erwartungen seiner Eltern Ignaz und Margarethe, seiner Freunde Cyryll und Zyprian wie der gesamten Hofgesellschaft diese zu seiner zukünftigen Verlobten zu küren.
Zunächst ermöglicht ihm der Schockeffekt, der von dieser Handlung und dem permanent irritierenden Anblick der teilnahmslosen "Braut" ausgeht, die Folgen seiner Machtdemonstration auszukosten. Doch bald schon melden sich Zweifel, ob er sich selbst nicht bloß zur Zielscheibe unsteuerbarer Lächerlichkeit gemacht hat.
Dies und der Überdruss, den seine so völlig reizlose Verlobte auslöst, veranlassen Philipp Zuflucht und Selbstbestätigung zu suchen bei der attraktiven Hofdame Isa.
Doch wie eine Seuche hat sich inzwischen Yvonnes Andersartigkeit überall eingenistet und droht den gesamten Hof zu vergiften. Ein jeder vermutet hinter ihrem Hier- und Sosein eine Anspielung auf eigene mühsam vertuschte Defekte, Sehnsüchte und Geheimnisse. Auch der Prinz selbst ist - seitdem er erkennen musste, dass Yvonne sich in ihn wirklich verliebt hat - obsessiv überzeugt, damit in ihren Besitz übergegangen zu sein und seine Handlungsfreiheit verloren zu haben.
Getrieben von unterschiedlichen Ängsten, heckt die königliche Familie - jeweils unabhängig voneinander - Pläne aus, auf welchem Weg man sich Yvonnes rasch und dauerhaft entledigen könnte. Als besonders geeignet erweist sich schließlich der hinterlistige Vorschlag der allgegenwärtigen Kammerdamen, anlässlich eines Festbanketts das Störmoment sozusagen "freiwillig" aus dem Leben scheiden zu lassen, damit endlich wieder Normalität am Burgunderhof eintreten kann.
P.V.