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Geld, Gier und die Macht der dunklen Magie aus "Der Bote" vom 26.03.2012
Herr Adrian (Frederik Zöls) lebt als schrulliger Junggeselle von den Hinterlassenschaften seines verschollenen Onkels Fabian. Außer einer Vorliebe für zweifelhafte dichterische Ausbrüche ist er nicht mit praktischen Gaben gesegnet. Haushälterin Berta (Nina Schultz), die seinen Tagesablauf von morgens bis abends organisiert, muss ihm sogar bei der Hemdankleide unter die Arme greifen. Dafür hat sie der Hausherr als Alleinerbin eingesetzt. Begleitet wird der düstere Alltag der beiden nur vom permanenten Gekrächze einer Rabenschar, deren Zuneigung sich Herr Adrian durch kleine Leckerbissen erkauft. Soweit vermittelt sich der Eindruck einer spröden Koexistenz von Hausherr und Hausdame im eintönigen Rhythmus von Tag und Nacht, bis die Bewohner vom Besuch einer Tante Cosima (Mara Göbel) überrascht werden, die mit ihrer rotzfrechen Tochter Elsbeth (hinreißend gespielt von Phillip Link) auf der Bildfläche erscheint. Cosima erhofft sich Anteil an Adrians Reichtum und schlägt eine Liaison mit Elsbeth vor, die sich aber, passend bekleidet mit Springerstiefeln, Perücke und Goldgewand, vor allem durch kokette Annäherungsversuche, plötzliche Wutausbrüche und Angriffe mit der Steinschleuder hervortut. Da offenbart der bisher so unbedarft wirkende Adrian seine dunkle Seite. Beim Tischgespräch mit Wein und Senf, den Adrian in schrulliger Manier pur mit dem Löffel verspeist, weist er Cosima auf die wahre Identität der Rabenschar hin, die bis dahin ungefragt mit lauten „Kra-kra“ das Geschehen kommentiert. Die Vögel entpuppen sich als gefiederte Inkarnationen der restlichen Familienmitglieder, die Adrian mit schwarzer Magie ins Reich der Tiere gehext hat, da sie ihm sein Vermögen streitig machen wollten. Cosima und ihren Anhang ereilt prompt das gleiche Schicksal, vor dem sie auch nicht ihr mitgereister Leibwächter Raoul Dohlenburg (Ben Westerath) beschützen kann. Dieser stellt sich als letzter übriggebliebener Verwandter Onkel Nikolaus heraus und wird schließlich von der mütterlichen Berta, die sich Adrians Zauberkünste abgeschaut hat, ebenfalls zum Rabendasein verdammt. Damit erweist sie sich gegen Ende als wahre Hausherrin, unter deren Fuchtel Adrian nun sein Dasein fristen muss, will er nicht selbst in Gefahr geraten, als Rabe zu enden oder ein selbstständiges Leben führen zu müssen. Ein solides Schauspiel mit einigen Überraschungen und schrägem Humor, dem die Unerfahrenheit der Schauspieler nur teilweise anzumerken war, das dank der bewährten Teamarbeit von Petra Vetter (Regie), Walter Flintsch (Technische Leitung) und Wolfgang Völkl (Musik) sowie kreativem Bühnenbild und engagierter Schauspieltruppe aber an die Tradition des Theaters am Leibniz anknüpfen kann. |
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| last update : 01.05.2018 | |||||||||||||||
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