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Die wohl "schrägste" Hochzeitsfeier des Jahres Gelungene Aufführung von Brechts "Die Kleinbürgerhochzeit" am Leibniz. aus "Der Bote" vom 15.12.2010
Mit Bertolt Brechts "Die Kleinbürgerhochzeit" wird ein moderner Einakter aufgeführt, der mit Hilfe von jeder Menge schwarzem Humor, Sarkasmus und Ironie der spießbürgerlichen Gesellschaft einen Spiegel vorhält und auch heute noch eindeutig seine kritische wie komische Wirkung erzielt. Geschildert wird der (angeblich) wohl schönste Tag im Leben: Das Brautpaar verbringt seinen Hochzeitstag im Kreise der Familie. Dass hierbei einiges schief laufen muss, scheint von vornherein klar zu sein. Zumal die Braut nicht nur aus Liebe heiratet und der Ehemann den Hausstand mit eigener Hand zusammengezimmert hat. Und es kommt wie es kommen muss. Vater und Freunde ergehen sich in peinlichen und bitterbösen "Anekdoten", über welche neben dem Publikum, in der ausverkauften Aula des Gymnasiums, nur die zwei frühreifen Blumenkinder (Lydia Bökelmann, K13 und Nina Schultz, 10g) zu lachen wissen. Als schließlich aufgrund der sehr dürftigen Handwerkskunst des Bräutigams die Stühle reihenweise zu Bruch gehen (bewährte Bühnentechnik: Walter Flintsch) und nicht mehr ausreichen, kippt die Feier endgültig ins Groteske und in bitterböse wechselseitige Anschuldigungen. Eines der Highlights des Stückes ist die von Nina Renner (K13) gespielte schon etwas senile Großmutter der Braut, die durch ihr schlechtes Gehör stets unfreiwillig für Lacher im Publikum sorgt. Die Schauspieler der Theatergruppe spielen ihre Figuren grandios, von Hannah Trautmann und Jorit Oberste-Schemann (Q12/Q11) als verzweifeltem Brautpaar, Kathrin Fröhlich und Sile Bojer (K13/Q12) als ungleichem Nachbarinnenpaar, über die sexuell fixierte Schwester (Sarah Samson K13), die beiden hedonistischen Freunde (Ben Westerath 10c und Philipp Link 10e) bis hin zur vor allem ums Essen besorgten Mutter (Annabella Köpke Q12) und zum ständig schwadronierenden Vater, der durch Sebastian Kögel (K14!) zum Besten gegeben wird, was die Verbundenheit auch ehemaliger Schüler zum Leibniz-Gymnasium eindrucksvoll erweist. Beigetragen zum Erfolg haben sicher auch die auffällig geschminkten Gesichter der Schauspieler und die gekonnten Frisurenkreationen von Ina Middlemiss. Für diese nochmals ein herzliches Dankeschön der Theatergruppe. "Die Kleinbürgerhochzeit" der Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums ist eine kurzweilige Unterhaltung, die vor allem durch derben Humor und witzige Sprüche besticht, oder wie es Direktorin Frau Fleischer ausdrückte "eine voll schräge Hochzeit". Das einzige Manko ist vielleicht, dass das Stück wegen dem oben beschriebenen Zeitdruck schon nach einer Stunde zu Ende ist. Vielleicht jedoch nur noch ein Anreiz mehr sich dieses gelungene Stück einmal anzusehen - es lohnt sich! Weitere Aufführungen finden am Dienstag, 14.Dezember und am Mittwoch, den 15.Dezember, jeweils um 20 Uhr statt. Bianca Schrammel & Sabrina Naumann |
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| last update : 01.05.2018 | |||||||||||||||
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