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Gelungene Alice-Adaption Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums führte Carroll-Märchenklassiker auf aus "Der Bote" vom 03/04.04.2004 Die Aufführungen von "A. im Wunderland", die die Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums an vier Abenden in der neuen Aula präsentierte, stießen beim zahlreich erschienenen Publikum auf großen Anklang. Die Regie führende Lehrerin Petra Vetter hatte die berühmte Erzählung von Lewis Carrol, "Alice im Wunderland" - mit einer männlichen Hauptrolle reichlich unkonventionell besetzt - selbst für die Schüleraufführung adaptiert. Durch einen Fall in einen tiefen Schacht gelangt der naive Junge Alister bei der Verfolgung eines hektischen Kaninchens unfreiwillig in eine skurrile Märchenwelt. Dort verliert er seine ursprüngliche Persönlichkeit und begegnet auf der Suche nach seiner Identität allerlei verrücktem Getier, aber auch exekutionswütigen Spielkarten. Während Alister (gemimt von Matthi Döpke) ständig seine Größe wechselt, trifft er unter anderem auf eine schrullige, Wasserpfeifen rauchende Raupe und auf eine schräge Teegesellschaft, für die es auf ewig fünf Uhr und damit "Tea Time" ist. In den vielen mit Wortwitzen und Anspielungen gespickten Dialogen sammelt die Hauptfigur Erfahrungen und lernt sich in der fremden Welt zu behaupten. Die Idee, statt Alice einen Jungen auf die seltsame Reise zuschicken, stammte von den Spielern selbst, die eine Verbindung zu der berühmten Disney-Verfilmung vermeiden wollten. Einfallreiche Untermalung Wirklich einzigartig wird das Stück aber erst durch die einfallsreiche musikalische Untermalung der Szenen. Hierzu trug der Ex-Leibnizianer Konstantin Voigt mit seinen Kompositionen bei, die live von einem aus Klavier, Geige, Cello, Gitarre, Flöten und Perkussion bestehenden Ensemble interpretiert wurden. Den einzelnen Darstellern gelang es hervorragend, den Fabelwesen durch professionelles Bühnenspiel Leben einzuhauchen und das Publikum zum Lachen zu bringen, das die Akteure am Ende mit ausgiebigem Beifall von der Bühne verabschiedete. Die Dankesworte von Schulleiter Karlheinz Graß, der dem Komponisten, der Regisseurin und dem technischen Leiter Walter Flintsch bei der Premiere Blumensträuße und jedem Schauspieler eine Rose überreichte, gingen jedoch schon in allgemeinen Feierlärm nach der gelungenen Aufführung unter. K.S. |
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Wundervolles aus dem Leibniz aus dem Jahresbericht 2004 des Leibniz-Gymnasiums Mit tosendem Applaus endete die Premierenvorstellung von Lewis Carrolls Klassiker "Alice im Wunderland" in der voll besetzten neuen Aula des Leibniz-Gymnasiums. Die Theatergruppe unter Regie von Petra Vetter überzeugte am 27. März 2004 und an drei weiteren Abenden durch ihre hervorragende schauspielerische Leistung. Seinen ganz besonderen Reiz verdankte diese Adaption von Carrolls 1865 publizierten Erzählung vor allem der außergewöhnlichen Besetzung der Hauptrolle durch einen männlichen Schauspieler, Matthi Döpke. In der Rolle des Alister, der im Schlaf in eine wundersame Welt hinübergleitet, begegnet er in zahlreichen Einzelepisoden den unterschiedlichsten skurrilen Geschöpfen, anfänglich einem hektischen, weißen Kaninchen (Benedikt Stengl), später unter anderem einem einschläfernden Suppenschildkröterich (hervorragend gespielt von Katharina Hübner), einer Wasserpfeife rauchenden Raupe (Wolfgang Völkl), einem leidgeprüften Hutmacher (Corinna Friedrich) und einem verrückten Kartenkönigspaar. Sie alle leben in ihrer eigenen Welt und Logik, mit der sich A. nun auseinander setzen muss. Mit der ihm vertrauten Denkweise der Erwachsenen versucht der noch kindliche Alister diesem Universum des Nonsens zu begegnen, stößt damit jedoch bei seinen Gesprächspartnern auf Unverständnis. Die Kommunikation misslingt, da ihm bekannte Ordnungskategorien wie Raum, Zeit und Größe für die Fabelwesen eine andere Bedeutung besitzen. Wie unvereinbar beide Welten bleiben, zeigt sich beispielsweise, als Alister auf den Hutmacher trifft, für den sich aufgrund eines Streites mit der Zeit der Fünfuhr-Tee beständig wiederholt. Nach einer Gerichtsverhandlung am Hof des Kartenkönigspaares, bei der die hysterische, blutrünstige Königin (ausdrucksstark gespielt von Ulla Wittenzeller) an der Seite ihres trotteligen Ehemanns (überzeugend dargestellt von Julian Peters) den Kopf ihrer Untertanen Pik 2-5 und 7 fordert, kehrt Alister schließlich aus seinem Traum in die Realität zurück. Die sich eng an Carrolls Text anlehnende dramatische Umsetzung von Petra Vetter distanzierte sich bewusst von modernen Popvarianten und dem Disney Zeichentrickfilm und setzte stattdessen auf das Grundprinzip des Stücks - die Komik. Nicht nur während der Aufführung, sondern auch während der Pause, gelang es den Schauspielern, denen die Spielfreude sichtlich anzusehen war, das Publikum immer wieder herzhaft zum Lachen zu bringen. Der in der Erzählung dominante Gedanke des Absurden, der in zahlreichen Wortspielen und Doppeldeutigkeiten deutlich in der Inszenierung zutage trat, wurde neben der einfallsreichen schauspielerischen Darbietung aller Akteure, die gekonnt Gestik und Mimik einsetzten, vor allem durch die gelungene Komposition unterstrichen. Ein Ensemble aus Geige, Cello, Flöte, Klavier, Gitarre und Perkussion bot die gewollt disharmonischen Klänge des Komponisten Konstantin Voigt (eines ehemaligen Schülers des Leibniz-Gymnasiums) einfühlsam dar und wurde dafür vom Publikum ebenfalls mit tosendem Applaus bedacht. Auch die farbenfrohen Requisiten, die liebevoll gestalteten, aufwendigen Kostüme und das das Wesentliche geschickt in Szene setzende Bühnenbild trugen zu dieser in jeder Hinsicht gekonnten und stimmigen Inszenierung bei. Einfach fantastisch! Stefanie Bichel |
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| last update : 01.05.2018 | |||||||||||||||
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