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Der Autor
Lewis Carrollunter diesem Autorennamen ging Rev. Charles Lutwidge Dodgson, geboren am 27. Januar 1832 in Daresbury bei Warrington, in die Literaturgeschichte ein. Schule und Studium mit seinen wenig Spielraum bietenden engen Reglementierungen verlief in geordneten Bahnen, Von 1855 bis 1881 lehrte Carroll Logik und Mathematik in Oxford und verfasste mehrere mathematische Abhandlungen (u.a. "An Elementary Treatise on Determinants" und "Euclid and His Modern Rivals"). 1865 erschien "Alice’s Adventures in Wonderland", dem sofort großer Erfolg beschieden war und in dem der als äußerst penibel, eigenbrötlerisch und verschroben geltende Autor eine andere Seite seines Wesens ausleben – und zumindest sprachlich gegen die bestehende Ordnung rebellieren – konnte. Die Fortsetzung "Through the Looking-Glass and What Alice Found There" (Alice im Spiegelreich) folgte 1872. Weitere Werke ("Phantasmagoria and Other Poems" (1869), das Langgedicht in Nonsens-Versen "The Hunting of the Snark" (1876) und den zweibändigen Roman "Sylvie and Bruno" (1889-1893)) konnten nicht mehr an die Sprachgewalt der Alice-Geschichten anknüpfen. Carroll starb am 14. Januar 1898 in Guildford (Surrey).Neben seiner schriftstellerischen und wissenschaftlichen Arbeit betätigte sich Carroll erfolgreich als Amateurphotograph. Allerdings brachten ihm seine künstlich-gestelzt wirkenden Mädchenporträts den Vorwurf der Pädophilie ein, so dass er 1880 das Photographieren aufgab. Die Freude an logischen Spielereien sind ein wesentlicher Bestandteil der Werke Lewis Carrols. "Alice's Adventures in Wonderland" und "Through the looking glass" sind nicht nur lustige Kindergeschichten, sondern geradezu Elementarlehrbücher der Logik.
In diesen ersten Büchern versteckt Lewis Carroll noch seine mathematischen Kenntnisse. Als Dichter/Mathematiker wurde er immer bekannter in England. Eine erste Serie von Denksportaufgaben wurde ab 1880 in der Londoner Zeitschrift 'The Monthly Packet' abgedruckt. Sie bestand aus jeweils zehn Folgen, von ihm 'Knoten' genannt, wobei jeweils eine oder mehrere mathematisch-logische Aufgaben in eine kleine Geschichte eingekleidet waren. |
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Das StückAlice im Wunderland
Von den belehrend-moralisierenden Kinderbüchern der Viktorianischen Epoche setzt Alice sich wohltuend ab. Die Darstellung einer paradoxen, raum- und zeitlosen Gegenwelt, in deren eigenartiger Logik die Heldin sich wie im Traum bewegen muss, ist mit satirischen Seitenhieben auf die Gesellschaft und mit Parodien auf ihre Vertreter (auch auf die Lehrer) durchsetzt. Von der Beliebtheit der Figuren bis in die heutige Zeit hinein zeugt nicht nur eine Verfilmung von Walt Disney (1951). ![]() Die witzigen Sprachspiele der Figuren, die die Bedeutungslogik oftmals ad absurdum führen, haben die Abenteuer von Alice zu einem wichtigen Markstein in der Entwicklung hin zur Literatur der Moderne gemacht. André Breton übernahm das Kapitel Die Hummer-Quadrille aus Alice im Wunderland in seine Anthologie des schwarzen Humors: „All jene, die sich den Sinn für Auflehnung bewahren, werden in Lewis Carroll ihren ersten Lehrer im Schuleschwänzen sehen." James Joyce ließ in seinem Spätwerk Finnegans Wake, das zudem die mehrstimmigen Sprachstrategien der Alice-Geschichten imitiert, 1941 Carrolls Gestalt des Humpty Dumpty wieder auferstehen.
Arno Schmidt nannte Carroll den „Kirchenvater aller modernen Literatur". Weitere Bewunderer waren Saki, Fernando Arrabal, und Künstler wie Salvator Dali (externer Link) .
Auch der Film Jabberwocky (1977) des Monty Python-Mitglieds Terry Gillam und die LP Nursery Cryme (1972) der Rockgruppe Genesis spielen auf Texte Carrols an (letztere auf den berühmten Nursery Rhyme). 1996 inszenierte Peter Zadek an den Münchner Kammerspielen Carrolls Alice im Wunderland; es war die erste Dramatisierung des Buchs
Quellen: |
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| last update : 01.05.2018 | |||||||||||||||
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