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Premiere          01.04.2000      20.00 Uhr  

Das Stück      Inszenierung      Mitwirkende      Bilder      Nachlese      zurück     
  2000-02.jpg Eugène Ionesco, Die Nashörner Behringer, ein etwas verlotterter, am Leben kranker kleiner Angestellter, wird gemeinsam mit seinem peniblen Freund Hans Zeuge einer bizarren Szenerie: Ein Nashorn überquert den Marktplatz, es - oder ein weiteres Exemplar? - zertrampelt wenig später eine Katze und hinterlässt eine Spur der Verwüstung und des Entsetzens in der ansonsten verschlafenen Kleinstadt.

Die dadurch ausgelösten Diskussionen über Realitätsgrad und Herkunft der Dickhäuter setzen sich fort in Behringers Büroalltag, in dessen Gemeinschaft wie ein Blitz die Erkenntnis einschlägt, dass ein nicht zum Dienst erschienener Kollege inzwischen die Gestalt eines Nashorns angenommen hat - eine Tatsache, die von seiner Gattin mit großer Selbstverständlichkeit gehandhabt wird, zumal es sich nicht mehr um einen Ausnahmefall zu handeln scheint.
Unmittelbarer Zeuge einer derartigen Verwandlung wird der bisher als einziger relativ vernünftig reagierende Behringer bei seinem Freund Hans, der vor seinen Augen die Prinzipien der Humanität über Bord wirft, um sich ebenfalls der immer zahlreicheren Schar der Nashörner anzuschließen.

2000-03.jpg Unter dem Eindruck dieses Ereignisses sowie einer weiteren Metamorphose eines Kollegen vor Behringers Augen befürchtet dieser zunehmend, nun seinerseits unfreiwilliges Opfer dieser Epidemie zu werden und ist fest entschlossen, sich der Entindividualisierung mit all seiner Energie zu widersetzen.
Hoffnungsträger für ein jenseits der Rhinozeritis realisierbares privates Glück ist für ihn seine Kollegin Daisy, mit der er - ganz Adam und Eva - ein neues Menschengeschlecht zu begründen beabsichtigt. Doch als auch sie der suggestiven Macht der Nashörner erliegt, bleibt Behringer - hin- und hergerissen zwischen Enttäuschung und Entschlossenheit zur humanen Selbstbestimmung - isoliert zurück.

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Zur Inszenierung Bewusst wird verzichtet auf Pappmaché und ähnliche Hilfskonstrukte, um die Nashornwerdung zu verdeutlichen. Das Vertrauen in die körpersprachliche Ausdruckskraft zur Umsetzung der einzelnen Metamorphosen - unterstützt von Licht- und Tontechnik - sowie die schon mehrfach erprobte Tragfähigkeit von präzise gestaltetem Gruppenspiel lässt uns vordergründige Effekthascherei überflüssig erscheinen.

2000-04.jpg Visuelle Basis der Inszenierung soll denn auch in anderer Weise das Spiel mit dem Verzicht sein. So wird das Bühnenbild reduziert auf wenige unumgängliche Fixpunkte, die sich dem Konzept eines schwarz-weiß-Film (Idee: Konstantin Voigt) unterordnen, soweit es sich um den ursprünglich humanen Bereich handelt. Der so intendierte Eindruck der Farblosigkeit korrespondiert mit dem Bild der Masse-Menschen, die sich - ohne individuelle Ausprägung - zu einem Nebeneinander nur von weiß-grau-schwarzen Abschattierungen komponieren lassen und so schon den latenten Keim der Krankheit in sich tragen.

Um so verlockender wird ihnen der Hauch der Farbigkeit, den scheinbar handcolorierte Pastelltöne in dieses Einerlei bringen, sobald sich die Metamorphose vollzieht. Dabei sollen sie gar nicht den Anschein erwecken, als sei damit gleichzeitig Individualisierung verbunden - im Gegenteil: allein der Wechsel in ein bunteres und damit abwechslungsreicheres Gesamtbild reicht als Anreiz bereits aus. Was dem schwachen Durchschnittsmenschen Gemeinschaft stiftende Sinngebung zu sein scheint, ist letztlich nichts Anderes als Gleichschaltung unter neuem Vorzeichen. Doch jetzt um so gefährlicher, weil mit dem trügerischen Schein verbunden, der Sehnsucht wachsen lässt, sich in diese wohl buntere, aber - und das gerät über alledem völlig aus dem Blickfeld - auch niedrigere Form des Daseins einzugliedern.

Der bewusste oder unreflektierte Verzicht auf kritische Selbstbestimmung wird belohnt - durch die verführerische Sogkraft bloßer zartfarbiger Schönheit. So bedeutet am Ende die einzig Behringer verbliebene Farblosigkeit eine nicht reproduzierbare Individualität.
P.V.

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Es spielen
Hausfrau  Zitta, Eva
11d
Händlerinnen  Gaertner, Claudia
Hofmann, Barbara
10A
11A
Hans  Ott, Angela
Romig, Johannes
K12
K13
Behringer  Bonn, Thomas
Voigt, Konstantin
K13
K12
Kellnerin  Vetter, Magdalena
K12
älterer Herr  Pompl, Moritz
K12
Logiker  Schweiger, Manuel
K13
Wirtin  Ahlswede, Charlotte
10A
Daisy  Habicht, Doreen
K12
Frau Schmetterling  Paprotta, Swantje
11D
Herr Stech  Schaefer, Dominique
11D
Frau Wisser  Merklein, Anne
K13
Frau Ochs  Stückler, Nina
11D
Feuerwehrmann  Friedrich, Corinna
08B
Herr und Frau Hans  Nagel, Frieder
Wittenzellner, Ulla
08E
08D
Nashörner  Ahlswede, Charlotte
Engelhardt, Verena
Friedrich, Corinna
Gaertner, Claudia
Hierl, Katharina
Hofmann, Barbara
Nagel, Frieder
Stückler, Nina
Wittenzellner, Ulla
10A
08B
08B
10A
08D
11A
08E
11D
08D
 

 
Es wirken
mit
Souffleuse  Gugel, Jasmin
Böhner, Conny
11D
11E
Licht- und Tontechnik  Büttner, Christoph
Hungershausen, Rainer
Zobel, Daniel
Kirsten, Heußner
Bollmann, Mira
Klemm, Alexandre
Zapf, Beate
K12
K13
K13
09A
09C
09C
09C
Maske  Fuchs, Ute
Rank, Vroni
Vetter, Magdalena
Kraus, Eva
K13
10B
K12
K13
Kostüm  Paprotta, Swantje
Gaertner, Claudia
Stückler, Nina
11D
10A
11D
Bühnenbild  Voigt, Konstantin
K13
Requisite  Habicht, Doreen
Merklein, Anne
Ott, Angela
K12
K13
K12
Plakatentwurf  Pompl, Moritz
Paprotta, Swantje
K12
11D
Video  Langer, Eva
K12
Soundeffekte  Bonn, Thomas
K13
Techn. Assistenz  Bonn, Thomas
Schweiger, Manuel
K13
K13
Regieassistenz  Romig, Johannes
K13
Komposition  Voigt, Konstantin
K13
techn. Leitung  Walter Flintsch

Regie  Petra Vetter

 
 
 
Außerdem danken wir herzlich
Herrn Ulrich Bollmann, Verlag "Der Bote", für den Druck der Plakate,
Hans Kraus für die Unterstützung bei den Tonaufnahmen,
Herrn Kripl, Herrn Heger für die technische Mithilfe,
der Schulleitung für ihr Entgegenkommen
 
 
last update : 01.05.2018
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