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  1996

 
 
 

NarrenLeben
ein Stück von

Farina, Julia, David, Kilian
und von Petra Vetter

unser Stück      Mitwirkende      Fotos      zurück     
 

Sollten Sie den Titel "NarrenLeben" etwas befremdlich finden, so freut uns das. Er ist in keinem Literaturlexikon verzeichnet, auch liegt kein Druckfehler vor. Wir hoffen, seine Mehrdeutigkeit Ihnen am Ende unseres Stückes erhellt zu haben.

Diese Bezeichung "unser" Stück trifft heuer in vollem Umfang, denn wir haben uns erstmalig nicht eines bereits bestehenden Werks der Literatur angenommen, um es auf unsere Verhältnisse zu übertragen und in unserem Sinn zu interpretieren. Vielmehr haben wir es gewagt - was manch einem sicher vermessen erscheinen mag - ,diese Stück auch selbst zu schreiben. Wir, das sind zwei Schülerinnen, zwei Schüler und eine Lehrerin, gingen dabei aus von dem scheinbar belanglosen Satz eines Mitspielers: "Ich möchte endlich einmal einen Narren spielen."

Den Stoff zu finden, fiel uns insofern nicht schwer, als wir nur aufmerksam unsere Mitmenschen beobachten mußten - im kleinen Kreis der täglichen Umgebung ebenso wie im großen Weltgeschehen, um zu sehen, was das Leben für unbedarfte "Narren" bereithält und aus ihnen zu machen vermag. Daß es dabei allerdings ganz und gar nicht komisch zugehen muß, dürfte einsichtig sein oder werden.

Natürlich wollen wir im "NarrenLeben" weder mit Erasmus von Rotterdam noch mit J.J.Rousseau konkurrieren, die diese Thematik sicher weit differenzierter betrachtet haben. Doch reizte es uns, das Ewig - Aktuelle derartiger Gedanken parabolisch aufzuzeigen und der Spielfreude einer großen Gruppe zu unterlegen.

Die hohe Anzahl Spielbegeisterter gestattet uns heuer ein weiters Experiment in der Umsetzung des Stücks. Wir verfügen in den Hauptrollen über zwei Besetzungen, die die vier Auführungen im Wechsel bestreiten, was niemals als Konkurrenz empfunden wurde, aber sicherlich zu unterschiedlichen Interpretationsnuancen führen wird.

Noch eines sei zum Schluß angemerkt; Die Gedichte von Hans Arp und Paul Celan, die als Prolog und Epilog den Rahmen des Stückes darstellen, haben Farina und David aus der Sammlung ihrer Lieblingsgedichte zur Verfügung gestellt.
P.V.

  aus: Hans Arp, Menschen

Bescheidene graugestrichene Stuhlmenschen
die nichts anderes sein wollen
als Stühle auf die sich andere setzen

Löchermenschen die eine Wabe hervorbringen
aber wenig Honig

Lange lange dünne Fadenmenschen
aus weißem unbeschriebenem Faden
die auf einer Spule aufgerollt
bequem in der Hosentasche mitgeführt werden können

Menschen die der Meinung sind
daß es keinen Sinn habe
sich zu seinen zwei Beinen vorne
noch zwei Beine hinten wachsen zu lassen
und daß selbst ein einziges Bein genügte
um ins Bodenlose zu springen

Zeigermenschen die an einer Wand angebracht
sich sofort wie Zeiger im Kreise drehen
Kuckuck Kuckuck rufen
und die Zeit anzeigen

Menschen die als arabische Eins
in eine Eisenbahn einsteigen
und als römische Eins
wieder aussteigen
 

 


 
  aus: Paul Celan, Eingedunkelt

Schreib dich nicht
zwischen die Welten,

komm auf gegen
der Bedeutungen Vielfalt

vertrau der Tränenspur
und lerne leben.

 


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Es spielen und wirken mit:
Arzig, Susanne12   Bahrenberg, Matthias10c
Bauer, Stefan11d   Beer, Lisa11c
Chemnitz, Silvia11c   Denninger, David12
Dzikus, Caspar12   Emmert, Barbara13
Fricke, Clarissa10f   Fritz, Claudia13
Grauel, Kilian13   Grimm, Miriam10f
Hein, Sonja13   Hein, Wendy10e
Hinkes, Benno13   Hruby, Michaela10d
Jordan, Tobias12   Klemm, Ilja10e
Kolb, Michael13   Kraus, Eva9e
Minet, Steffi10c   Müller, Jakob12
Pöhlmann, Monika12   Pohl, Gabi13
Redwitz, Petra13   Regn, Farina13
Romig, Johannes9f   Steiner, Silke12
Szameitat, Jörg10f   Tabor, Martin13
Ulrich, Caterina12   Winkler, Mascha13
Winter, Julia12  
 

 
Musik: Hans Kraus StD
Technik: Walter Flintsch StD
Spielleitung: Petra Vetter StDin
 

 
last update : 01.05.2018
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